Wie sicher ist die
Kreditkarte?
Im letzten Jahr verursachten Fälscher allein beim Kartenausgeber
Eurocard einen Schaden von 7,5 Millionen Euro. Doch nicht genug damit. Die
Betrüger im Internet waren genauso aktiv und brachten das Unternehmen um
eine Summe von 7,2 Millionen Euro, Tendenz steigend.
Das ist nicht nur für das Unternehmen bitter, auch für die Kunden ist es
wenig erfreulich, wenn sie plötzlich eine horrend hohe Abrechnung
bekommen, obwohl sie gar nicht so viel ausgegeben haben. Glücklicherweise
müssen die Kunden meist nur bis zu einem Betrag von 50 Euro haften, aber
der Schreck bleibt.
Kreditkarte nicht aus den
Augen lassen
Jeder Karteninhaber sollte es daher vermeiden, seine Kreditkarte außer
Sichtweite zu lassen, egal ob im Restaurant oder im Geschäft. Betrüger
kopieren nämlich die Daten vom Magnetstreifen und können so die Karte
fälschen. Das dauert meist nur wenige Sekunden.
Vorsicht beim Wegwerfen von
Belegen
Selbst Kaufbelege sollten Sie nicht an öffentlichen Plätzen wegwerfen,
denn die Daten auf dem Beleg reichen aus, um im Internet schnell und
einfach auf Ihre Kosten einzukaufen. Außerdem nutzen Gauner natürlich
gestohlene und verlorene Kreditkarten, oder fangen sie auf dem Postweg ab.
Doch Rettung naht. Die Branche will die Plastikkarten endlich sicherer
machen - sie steht nämlich auch aus einem anderen Grund unter Druck.
Stornorisiko
Seit Mitte 2005 weht den Kartenausgebern ein härterer Wind ins Gesicht.
Der Bundesgerichtshof beschloss in einem spektakulären Urteil (BGH, Az. XI
ZR 375/00), dass die Kreditkartenunternehmen jetzt das sogenannte
Stornorisiko tragen müssen.
Sie müssen somit eine Zahlungsgarantie für alle Forderungen abgeben, die
ein Händler aus schriftlichen, telefonischen oder Online-Bestellungen
ihrer Kunden anmeldet.
Früher blieb der Händler auf seinen Kosten sitzen, wenn ein Karteninhaber
die Zahlung stornierte, weil die Karte angeblich von jemand Fremden
benutzt worden war. Bei Händlern der Erotik- und Glücksspielbranche war
die Stornoquote besonders hoch. Das war für Euro Kartensysteme Anlass
genug, vorsichtshalber die Verträge mit über 500 Versandhändlern vorläufig
zu kündigen.
Lösungen sind gefragt, vor allem da das 1997 eingeführte,
sehr sichere Verfahren "SET" gescheitert ist.
Hinweis: Da es ständig neue
Urteile bis vom BGH bzgl.
Kreditkartenhaftung- und
Sicherheit gibt, sollte jeder
dieses Thema im Internet und in
den Medien aufmerksam verfolgen.
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